Sonntag, 25. März 2012

fehler sind menschlich.

Gerade im Auto, wir wollten zum Grillhaus. Schönes fettiges Essen holen. Ich hab mir den ganzen Tag sowieso schon Gedanken gemacht. Ich war mal wieder zu blöd. Zu blöd, mich mit dir zu treffen. Dabei bist du in letzter Zeit derjenige gewesen, der mir immer wieder ein Lächeln auf's Gesicht gezaubert hat. Trotzdem weiß ich, dass es keine Zukunft hätte. Das weißt du auch. Eine Freundin von dir hat mich deshalb angesprochen und mir gesagt, dass du das gleich denkst. Das hat mich ziemlich getroffen. Aber es hat mich eigentlich nur getroffen, weil ich mich bisher nicht getraut habe, mir diese Wahrheit einzugestehen. Wollte es nicht wahrhaben. Wollte weiter in meiner Traumwelt leben. Wie naiv ich mal wieder war. Mal wieder.
An der Bushaltestelle, diese alte Krüppelige, an der abends immer die ganzen Assi's stehen und sich den Kopf dichtdröhnen. Du standest da, hast auf dein Handy geschaut. Du sahst nicht glücklich aus, nein ganz und gar nicht. Mein Körper begann zu zittern. Ich spürte, wie sich alles zusammenkrampfte, ich mir auf meinen Daumen biss, immer stärker. Plötzlich überkam mich das Gefühl, ich sei daran Schuld, dass es dir nicht gut ginge. Du hast so abweisend geschrieben, nachdem ich wieder mal unser Treffen absagen musste. Verdammt, ich bin so unfähig.
Als wir endlich anhielten, sagte ich Papa schnell, was ich haben wollte. Mir schossen Bilder von dir in den Kopf, dein trauriger Blick von eben. Ich weiß, dass es dir in letzter Zeit wegen deiner Familie sowieso nicht so gut ging. Du dich deshalb gestern Abend ein wenig unter den Tisch hast trinken lassen. Ich rannte los.
Ja, ich rannte los zur Bushaltestelle. Noch 200 Meter bis zur Bushaltestelle, noch zweihundert Meter bis zu dir. Noch 150 Meter bis ich da wäre. Noch 100 – der Bus fuhr gerade an der Straße vorbei. Ich fing an alle mir entgegenkommenden Leute weggeschubsen. Mir doch egal. Ich lief ungeschminkt und knallrot den Fußgängerweg enthang. Rannte so schnell meine Beine es zuließen. Er, der Bus, hielt, gerade als ich den Bus berühren konnte fuhr er los. Ich sah deinen Kopf von hinten, deine Locken. Die Kopfhörer in den Ohren. Ich spürte, wie mir Tränen in den Augen aufstiegen. Wie die Kopfschmerzen immer stärker wurden. Ich spürte die Entfernung wieder kommen, die Entfernung zu dir, die ich schon die letzten Wochen aushalten musste.

Verdammt, ich spürte, dass mir mehr an dir lag, als ich es mir eingestehen wollte.

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